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QMS oder DMS?

Beide verwalten Dokumente, und trotzdem lösen sie verschiedene Probleme. Wer das durcheinander bringt, kauft entweder zweimal dasselbe oder wundert sich im Audit. Hier steht der Unterschied in einfachen Worten — und warum die meisten Unternehmen tatsächlich beides brauchen.

Der Unterschied in einem Satz

Ein DMS beantwortet: Können wir dieses Dokument in zehn Jahren unverändert vorlegen? Ein QMS beantwortet: Welche Fassung gilt heute, wer hat sie freigegeben, und arbeitet jemand danach? Das eine sichert die Vergangenheit, das andere steuert die Gegenwart. Beides ist nötig, und keines ersetzt das andere.

Die Norm unterscheidet das selbst

Der Unterschied ist keine Erfindung von Softwareanbietern. Die ISO 9001 kennt unter dokumentierter Information zwei Arten, und sie behandelt sie verschieden:

Ein DMS ist für die erste Art gebaut. Ein QMS für die zweite. Deshalb ist die Frage „QMS oder DMS" oft die falsche Frage.

Was ein DMS gut kann

Es lohnt sich, das fair zu benennen, weil vieles davon ein QMS gar nicht erst versucht: Papier einscannen und per Texterkennung durchsuchbar machen, Belege automatisch einsortieren, gesetzliche Aufbewahrungsfristen überwachen, Schnittstellen zur Buchhaltung bedienen und große Mengen an Unterlagen über Jahre hinweg auffindbar halten. Wer Rechnungen, Verträge und Steuerunterlagen im Griff haben will, ist dort richtig — und sollte sein DMS behalten.

Wo ein DMS aufhört

Manche DMS bringen Versionen und Freigabe-Anforderungen mit. Die Lücke liegt trotzdem nicht bei den Funktionen, sondern beim Zweck: Ein Archiv ist darauf ausgelegt, dass nichts mehr passiert. Ein QMS ist darauf ausgelegt, dass ständig etwas passiert und trotzdem immer klar ist, was gilt.

Das ist der eigentliche Punkt: Die ISO 9001 ist keine Dokumentennorm. Dokumentenlenkung ist Kapitel 7.5 — eine Klausel unter vielen. Ein DMS deckt einen Teil davon ab. Das ist nützlich und trotzdem weit von einem QMS entfernt.

„Revisionssicher" bedeutet zweierlei

Beide Seiten benutzen das Wort, und sie meinen nicht dasselbe. Im DMS-Umfeld steht es meist für die GoBD-Bedeutung: Aufzeichnungen vollständig, nachvollziehbar und unveränderbar aufbewahren. Im Qualitätsmanagement kommt eine zweite Bedeutung dazu: nachweisen zu können, welche Vorgabe wann galt und wer sie freigegeben hat. Ein Archiv, in dem alle Fassungen unverändert liegen, beantwortet die erste Frage vollständig und die zweite gar nicht.

Wenn Ihnen also jemand sagt, Sie hätten Revisionssicherheit bereits — fragen Sie nach, welche der beiden gemeint ist.

Und wie entscheide ich?

Eine einfache Probe: Nehmen Sie ein Dokument, nach dem jemand tatsächlich arbeitet — eine Arbeitsanweisung, eine Prüfvorschrift, eine Richtlinie. Kann eine fachfremde Person in dreißig Sekunden zeigen, welche Fassung gilt und wer sie freigegeben hat? Wenn ja, ist Ihre Dokumentenlenkung in Ordnung, unabhängig davon, welches Werkzeug sie leistet. Wenn nein, fehlt Ihnen ein QMS — und ein weiteres Archiv wird daran nichts ändern.

Häufige Fragen zu QMS und DMS

Was ist der Unterschied zwischen einem QMS und einem DMS?

Ein DMS (Dokumentenmanagement-System) ist fürs Aufbewahren gebaut: erfassen, ablegen, finden, Fristen einhalten. Ein QMS (Qualitätsmanagementsystem) ist fürs Geltenlassen gebaut: Es beantwortet, welche Fassung heute gilt, wer sie freigegeben hat und ob danach gearbeitet wird. Kurz: Ein DMS sichert die Vergangenheit, ein QMS steuert die Gegenwart.

Reicht ein DMS für die ISO 9001?

In aller Regel nicht. Die ISO 9001 ist keine Dokumentennorm — Dokumentenlenkung ist Kapitel 7.5, eines von vielen. Interne Audits, Managementbewertung, Korrekturmaßnahmen, Ziele, Prozesse und Risiken verlangt die Norm ebenso, und davon deckt ein DMS nichts ab. Ein DMS kann also einen Teil einer Klausel erfüllen, nicht die Norm.

Brauche ich dann beides?

Häufig ja, und das ist kein Widerspruch. Rechnungen, Lieferscheine und steuerrelevante Unterlagen gehören in ein DMS mit Aufbewahrungsfristen. Verfahren, Richtlinien und Prozesse gehören in ein QMS, das Freigaben erzwingt und den geltenden Stand kennt. Beide Arten von Unterlagen verlangt die Norm ausdrücklich, und sie verlangt sie unterschiedlich.

Ein DMS ist doch revisionssicher — reicht das nicht?

Das Wort bedeutet an den beiden Stellen Verschiedenes. Bei einem DMS meint es meist die GoBD-Bedeutung: Aufzeichnungen sind vollständig, nachvollziehbar und unveränderbar aufbewahrt. Das ist richtig und wichtig — sagt aber nichts darüber, welche Fassung einer Arbeitsanweisung gerade gilt und wer sie freigegeben hat.

Kann ein QMS auch meine Rechnungen archivieren?

Es kann, aber dafür ist es nicht gemacht. Ein QMS ist auf Vorgabedokumente ausgelegt — auf das, was gepflegt und freigegeben wird. Für Belege mit gesetzlichen Aufbewahrungsfristen, Texterkennung und Steuerschnittstellen ist ein DMS das passendere Werkzeug.

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